Wussten Sie, dass die Strombeschaffung an der Strombörse nur ein Fünftel Ihrer Energiekosten ausmacht?

Weitere Kostenbestandteile sind Netznutzungs- und Messentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen. Der Gesetzgeber hat verschiedene Möglichkeiten geschaffen, um Industriekunden zu entlasten. Wir bieten Ihnen mehr als Energieeinkauf. Profitieren Sie von unserem umfangreichen Beratungsangebot.

 

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Steueren und Umlagen

Zusammensetzung der Stromkosten in 2017 am Beispiel eines mittelständischen Industrieunternehmens

EEG-Umlage

Windpark Mohorn

Mit der EEG-Umlage wird die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien gefördert.

Im Jahr 2017 beträgt die EEG-Umlage 6,880 ct/kWh (netto). Für das Jahr 2016 betrug die EEG-Umlage 6,354 ct/kWh (netto). Gemäß der besonderen Ausgleichsregelung nach §§ 63 ff. EEG 2014 können stromintensive Unternehmen des produzierenden Gewerbes und der schienengebundene Verkehr unter bestimmten Voraussetzungen eine Begrenzung der EEG-Umlage beantragen.

Was regelt das EEG?

Mit Hilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2014) verfolgt die deutsche Politik das Ziel, den Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung auf 40 bis 45 Prozent bis zum Jahr 2025, 55 bis 60 Prozent bis zum Jahr 2035 und mindestens 80 Prozent bis zum Jahr 2050 zu erhöhen.

Das EEG regelt insbesondere den Anschluss- und Einspeisevorrang für Strom aus Erneuerbaren Energien, die Vergütungssätze und die Verteilung der Förderkosten auf die Stromverbraucher durch die EEG-Umlage.

Der Gesetzgeber fördert den Ausbau Erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung durch garantierte Vergütungen. Da diese Vergütungszahlung zumeist höher ist als der an der Strombörse zu erzielende Preis werden die Mehrkosten gemäß EEG auf die Stromverbraucher umgelegt. Alle Energie­versorgungs­unternehmen nehmen diese Aufgabe in Form der Abrechnung der EEG-Umlage bei ihren Kunden war. Damit leisten alle Stromverbraucher einen Beitrag zur Förderung regenerativer Energien.

Weiterführende Informationen

EEG 2014 (www.gesetze-im-internet.de) Verordnung zum EEG-Ausgleichsmechanismus (www.gesetze-im-internet.de)

Besondere Ausgleichsregelung

Gemäß der Besonderen Ausgleichsregelung BesAR nach §§ 63 ff. EEG 2014 können stromintensive Unternehmen des produzierenden Gewerbes und auch der schienengebundene Verkehr unter bestimmten Voraussetzungen eine Begrenzung der EEG-Umlage beantragen. Voraussetzung ist, dass das Verhältnis der Stromkosten zur Bruttowertschöpfung des Unternehmens (Stromkostenintensität SKI) im letzten Geschäftsjahr mehr als 17 % bzw. 20 % betragen hat und das Unternehmen ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagementsystem betreibt.

Zusätzlich gelten Übergangs- und Neuregelungen, nach denen Unternehmen mit einem Verhältnis der Stromkosten zur Bruttowertschöpfung (Stromkostenintensität SKI) zwischen 14 % und 17 % ebenfalls von der Besonderen Ausgleichsregelung profitieren können. Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die Begrenzung der EEG-Umlage für das nächste Jahr müssen bis 30.06. gestellt werden (materielle Ausschlussfrist). Die Antragstellung ist ausschließlich papierlos möglich und wird im elektronischen Teilnehmerverfahren angeboten. Um an diesem Verfahren zur Nutzung des Online-Portals teilzunehmen, können sich antragstellende Unternehmen bei der BAFA registrieren. Die Begrenzung ist immer für ein Jahr gültig.

keine Begrenzung
EEG-Umlage ab 01.01.2017: 6,880 ct/kWh (netto)
Stromverbrauch je Verbrauchsstelle: bis 1.000.000 kWh/a

Begrenzung auf 15 %
EEG-Umlage ab 01.01.2017: 1,032 ct/kWh (netto)
Stromverbrauch je Verbrauchsstelle: ab 1.000.001 kWh/a
Bedingung: Liste 1*: SKI > 17%; Liste 2*: SKI > 20%

Begrenzung auf 20 %
EEG-Umlage ab 01.01.2017: 1,376 ct/kWh (netto)
Stromverbrauch je Verbrauchsstelle: ab 1.000.001 kWh/a
Bedingung: Liste 1*: 14 < SKI < 17 %

Begrenzung maximal
EEG-Umlage ab 01.01.2017: 4 % bzw. 0,5 % der Bruttowertschöpfung
Stromverbrauch je Verbrauchsstelle: ab 1.000.001 kWh/a
Bedingung: 4 %: SKI < 20%; 0,5 %: SKI > 20%

Begrenzung auf mindestens
EEG-Umlage ab 01.01.2017: 0,1 bzw. 0,05 ct/kWh (netto)
Stromverbrauch je Verbrauchsstelle: ab 1.000.001 kWh/a
* Anlage 4 listet 221 antragsberechtigte stromkosten- oder handelsintensive Branchen auf, die in zwei Listen unterschieden werden.

Weiterführende Informationen

EEG 2014 (www.gesetze-im-internet.de)

Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien - Anlage 4 (www.gesetze-im-internet.de)

Informationen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie Zugang zum Online Portal (www.bafa.de)

Dokument zum Download

Statistisches Bundesamt - Ermittlung der Bruttowertschöpfung (PDF, 328 kB)

Stromsteuer

Die Stromsteuer gehört zu den bundeseinheitlich geregelten Verbrauchssteuern und wird auf elektrischen Strom innerhalb des deutschen Steuergebietes erhoben. Die Stromsteuer wird auf die Entnahme von Strom aus dem Versorgungsnetz zum Verbrauch und auf den Verbrauch selbst erzeugten Stroms erhoben und beträgt derzeit 2,05 ct/kWh (netto).

Die Stromsteuer wird von der Zollverwaltung verwaltet. Die Einnahmen fließen dem Bund zu. Rechtsgrundlagen sind das Stromsteuergesetz (StromStG) und die Stromsteuer-Durchführungsverordnung (StromStV).

Steuerentlastungen

Die Stromsteuer kann bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen erlassen, erstattet oder vergütet werden. Ein Excel-Berechnungsmodul für die Steuerentlastungen finden Sie auf www.detmold.de

Eine erste Orientierung zur Abschätzung Ihrer Steuerentlastung als Unternehmen des Produzierenden Gewerbes* oder der Forst- und Landwirtschaft im Rahmen der Energie- und Stromsteuer finden Sie unter www.energiesteuer.de

Ausführliche Informationen und die amtlichen Formulare finden Sie auf www.zoll.de

Spitzensteuerausgleich wird bis 2022 verlängert

Der sog. Spitzenausgleich nach § 10 StromStG und § 55 EnergieStG wurde im Zuge der ökologischen Steuerreform im Jahr 1999 eingeführt. Ziel des Spitzenausgleichs ist, die internationale Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Unternehmen in Deutschland zu erhalten. Die Europäische Union hatte diese Regelung bis zum 31.12.2012 befristet genehmigt. Ende 2012 wurde das 2. Gesetz zur Änderung des Energie- und Stromsteuergesetzes beschlossen und der Spitzenausgleich unter Auflagen bis 2022 verlängert.

Eine Erstattung wird gewährt, soweit das Unternehmen nachweist, dass es im Antragsjahr oder früher ein Energie- oder Umweltmanagementsystem bzw. für kleine und mittlere Unternehmen ein alternatives System zur Verbesserung der Energieeffizienz eingeführt hat. Die Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) regelt, um welche Systeme es sich dabei handelt und wie eine solche Nachweisführung aussehen kann.

Für KMU (Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeiter und höchstens 50 Mio. € Umsatz oder höchstens 40 Mio. € Bilanzsumme) gibt es spezielle Förderprogramme, die bei der Umsetzung finanziell unterstützen. Die ENSO bietet Ihnen zur Verbesserung Ihrer Energieeffizienz und zur Einführung des Energiemanagementsystems Beratungsdienstleistungen an.

Weitere Informationen zu Energieeffizienzmaßnahmen finden Sie hier.

* Die Einstufung in das Produzierende Gewerbe erfolgt nach der vom Statistischen Bundesamt herausgegebenen Klassifizierung der Wirtschaftszweige in der Fassung von 2003 (§ 2 Nr. 3 StromStG).

Weiterführende Informationen

Stromsteuergesetz (www.gesetze-im-internet.de)

Verordnung zur Durchführung des Stromsteuergesetzes (www.gesetze-im-internet.de)

Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (www.gesetze-im-internet.de)

Individuelle Netzentgelte

Umspannwerk Ulberndorf

Die Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) regelt die Netzentgelte einschließlich der Ermittlung der Entgelte für dezentrale Einspeisungen. Unternehmen mit einer Stromabnahme von mindestens 10.000.000 kWh und einer Benutzungsstundenanzahl von mehr als 7.000 Stunden im Jahr können künftig nicht mehr von einer vollständigen Befreiung der Netzentgelte profitieren.

Die geänderte Verordnung sieht eine maximal mögliche Reduzierung der Netzentgelte nach § 19 Absatz 2 StromNEV nach folgender Staffelung vor:

  1. Mind. 7.000 h/a auf 20 % der Netzentgelte
  2. Mind. 7.500 h/a auf 15 % der Netzentgelte
  3. Mind. 8.000 h/a auf 10 % der Netzentgelte.

Anzeige- und Berichtspflichten: Die Vereinbarung eines individuellen Netzentgelts mit dem Netzbetreiber ist der Bundesnetzagentur bis zum 30.09. des Jahres, für das die Vereinbarung erstmalig Anwendung finden soll, anzuzeigen. Weiterhin besteht die Pflicht, die Einhaltung der Kriterien zum 30.06. des Folgejahres nachzuweisen.

Weiterführende Informationen

In­di­vi­du­el­le Netzent­gel­te Strom gem. §19 Strom­NEV (www.bundesnetzagentur.de)

Verordnung über die Entgelte für den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen (www.gesetze-im-internet.de)

Umlage nach §19 Abs. 2 StromNEV (www.netztransparenz.de)

§ 19 StromNEV-Umlage

Mit der § 19 StromNEV-Umlage wird die Entlastung stromintensiver Unternehmen von den Netzentgelten finanziert. Die Betreiber von Übertragungsnetzen sind verpflichtet, entgangene Erlöse, die aus individuellen Netzentgelten resultieren, nachgelagerten Betreibern von Elektrizitätsverteilernetzen zu erstatten. Die Übertragungsnetzbetreiber haben diese Zahlungen sowie eigene entgangene Erlöse untereinander auszugleichen. Die entgangenen Erlöse werden als Aufschlag auf die Netzentgelte (§ 19 StromNEV-Umlage) anteilig auf alle Letztverbraucher (LV) umgelegt.

Die Höhe der Umlage ist abhängig vom Verbrauch des Kunden. Für 2017 beträgt sie je Letztverbrauchergruppe (LV-Gruppe):

LV Gruppe A' LV Gruppe B' LV Gruppe C'
0,388 ct/kWh (netto) 0,050 ct/kWh (netto) 0,025 ct/kWh (netto)

Letztverbrauchergruppe A'

Strommengen von Letztverbrauchern für die jeweils ersten 1.000.000 kWh je Verbrauchsstelle.

Letztverbrauchergruppe B'

Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Verbrauchsstelle 1.000.000 kWh übersteigt, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine maximale § 19 StromNEV-Umlage von 0,05 ct/kWh.

Letztverbrauchergruppe C'

Letztverbraucher, die dem produzierenden Gewerbe, dem schienengebundenen Verkehr oder der Eisenbahninfrastruktur zuzuordnen sind  und deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr 4 Prozent des Umsatzes überstiegen haben, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine maximale § 19 StromNEV-Umlage von 0,025 ct/kWh.

Unternehmen können sich die Letztverbrauchergruppe C auf Basis des Vorjahres durch einen Wirtschaftsprüfer oder einen vereidigten Buchprüfer zertifizieren lassen. Bis 31.03. des Jahres muss das Wirtschaftsprüfertestat an den örtlichen Netzbetreiber gesandt werden.

Weiterführende Informationen

Verordnung über die Entgelte für den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen (www.gesetze-im-internet.de)

Umlage nach §19 Abs. 2 StromNEV (www.netztransparenz.de)

KWK-Umlage

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz ist am 1. April 2002 in Kraft getreten. Ihm voraus ging das Gesetz zum Schutz der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung vom 12. Mai 2000 als Vorschaltgesetz zur Bestandssicherung von KWK-Anlagen.

Der Zweck des Gesetzes ist es, die Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zu erhöhen. Die Förderung (bzw. Vergütung), die die Betreiber von testierten KWK-Anlagen erhalten, wird auf alle Letztverbraucher umgelegt. Das KWKG wurde zum 01.01.2017 novelliert.

Die KWK-Umlage dient zur Förderung von Modernisierung, Aus- und Neubau von KWK-Anlagen, in denen parallel Strom und Nutzwärme erzeugt wird.

Bitte beachten Sie, dass Privilegierungen bei der KWK-Umlage mit der Novellierung des KWKG an die Besonderen Ausgleichsregelungen (BesAR) bei der EEG-Umlage angeglichen wurden und auch an die gleichen Voraussetzungen gekoppelt sind. Für 2018 können Unternehmen bis 30.06.2017 online Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die Begrenzung der KWK-Umlage stellen.

Die Einteilung der Letztverbraucher inkl. der neuen Letztverbrauchergruppen sowie die Übergangsregelungen für 2017/2018 finden Sie im Informationsblatt Letztverbraucher.

Weiterführende Informationen

Anlage 4 - Stromkosten- oder handelsintensive Branchen (www.gesetze-im-internet.de)

Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (www.gesetze-im-internet.de)

Dokument zum Download

Informationsblatt Letztverbraucher (PDF, 444 kB)

Offshore-Haftungsumlage nach § 17f EnWG

Mit der Offshore-Haftungsumlage nach § 17f Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) werden die Risiken der Anbindung von Offshore-Windparks an das Stromnetz abgesichert. Entschädigungszahlungen an Betreiber von Offshore-Windparks werden über die Offshore-Haftungsumlage bundesweit auf alle Letztverbraucher umgelegt.

Die Höhe der Umlage ist abhängig vom Verbrauch des Kunden. Für 2017 beträgt sie je Letztverbrauchergruppe (LV Gruppe):

LV Gruppe A' LV Gruppe B' LV Gruppe C'
-0,028 ct/kWh (netto) 0,038 ct/kWh (netto) 0,025 ct/kWh (netto)

Letztverbrauchergruppe A*

Strommengen von Letztverbrauchern für die jeweils ersten 1.000.000 kWh je Verbrauchsstelle.

Letztverbrauchergruppe B*

Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Verbrauchsstelle 1.000.000 kWh übersteigt, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine maximale Offshore-Haftungsumlage von 0,05 ct/kWh.

Letztverbrauchergruppe C*

Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Verbrauchsstelle 1.000.000 kWh übersteigt und deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr 4 Prozent des Umsatzes überstieg, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine maximale Offshore-Haftungsumlage von 0,025 ct/kWh.

Unternehmen können sich die Letztverbrauchergruppe C auf Basis des Vorjahres durch einen Wirtschaftsprüfer oder einen vereidigten Buchprüfer zertifizieren lassen. Bis 31.03. des Jahres muss das Wirtschaftsprüfertestat an den örtlichen Netzbetreiber gesandt werden. Nach Prüfung durch den Netzbetreiber erhalten die Unternehmen den ermäßigten Satz von 0,025 ct/kWh (netto) für die Offshore-Umlage.

Weiterführende Informationen

Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (www.gesetze-im-internet.de)

Offshore-Haftungsumlage für 2017 nach § 17f EnWG (www.netztransparenz.de)

Konzessionsabgabe

Die Konzessionsabgabe ist ein Entgelt an die Kommune für die Mitbenutzung von öffentlichen Verkehrswegen durch Versorgungsleitungen. Ihre Höhe variiert in Abhängigkeit von der Gemeindegröße.

Abschalt-Umlage

Die Verordnung zu abschaltbaren Lasten soll die Erhaltung der Netzstabilität unterstützen. Übertragungsnetzbetreiber entschädigen Anbieter abschaltbarer Lasten dafür, dass sie ihre Stromnachfrage in Hochlastzeiten drosseln oder komplett vom Netz gehen. Die dabei entstehenden Kosten werden mit der Abschalt-Umlage auf alle Letztverbraucher umgelegt. Für 2017 beträgt die Abschalt-Umlage 0,006 ct/kWh.

Energiesteuer

Die Energiesteuer

Die Energiesteuer gehört zu den bundeseinheitlich geregelten Verbrauchssteuern und wird auf Energieerzeugnisse, die als Kraft- und Heizstoffe innerhalb des deutschen Steuergebiets eingesetzt werden, erhoben. Das sind Energieträger fossiler Herkunft (Mineralöle, Erdgas, Flüssiggase, Steinkohle, Braunkohle, Koks und Schmierstoffe) und nachwachsende Energiearten (Pflanzenöle oder Alkohole).

Die Energiesteuer wird von der Zollverwaltung erhoben. Die Einnahmen fließen dem Bund zu. Rechtsgrundlagen sind das Energiesteuergesetz (EnergieStG) sowie die Energiesteuerdurchführungsverordnung (EnergieStV).

Höhe der Energiesteuer

Die Höhe der Energiesteuer ist in § 2 EnergieStG für unterschiedliche Energieerzeugnisse einzeln festgelegt. Energieerzeugnisse, die dort nicht separat aufgeführt werden unterliegen dem Steuersatz für dasjenige Energieerzeugnis, dem sie nach Beschaffenheit und Verwendungszweck am nächsten stehen (§ 2 IV EnergieStG).

Auszug, Besteuerung von Erdgas:

"Reduzierter Regelsteuersatz" bis 31.12.2018 Regulärer Steuersatz ab 01.01.2019 "Heizsteuersatz"*
13,90 €/MWh (netto)
  1,39 ct/kWh (netto)
31,80 €/MWh (netto)
  3,18 ct/kWh (netto)
5,50 €/MWh (netto)
0,55 ct/kWh (netto)

*Steuersatz bei Verwendung von Erdgas zum Heizen, zur Stromerzeugung, in KWK-Anlagen

Steuerentlastungen

Wichtige Steuerentlastungen beinhalten die Regelungen des Energiesteuergesetzes in § 51 für bestimmte Prozesse und Verfahren, § 53 für KWK- Anlagen > 2 MW elektrische Nennleistung, § 53a und b für KWK-Anlagen < 2 MW elektrische Nennleistung sowie § 54 für Unternehmen und § 55 als Spitzenausgleich.

Auszug, Steuerentlastungen für Erdgas:

  Steuerentlastung
Steuerentlastung nach § 54 EnergieStG 1,38 EUR/MWh (0,138 ct/kWh) netto
Steuerentlastung nach § 55 EnergieStG 2,28 EUR/MWh (0,228 ct/kWh) netto

Ein Excel-Berechnungsmodul für die Steuerentlastungen finden Sie auf www.detmold.ihk.de

Eine erste Orientierung zur Abschätzung Ihrer Steuerentlastung als Unternehmen des Produzierenden Gewerbes* oder der Forst- und Landwirtschaft im Rahmen der Energie- und Stromsteuer finden Sie unter www.energiesteuer.de

Ausführliche Informationen und die amtlichen Formulare finden Sie auf www.zoll.de

Spitzenausgleich

Der sogenannte Spitzenausgleich nach § 10 StromStG und § 55 EnergieStG wurde im Zuge der ökologischen Steuerreform im Jahr 1999 eingeführt. Ziel des Spitzenausgleichs ist, die internationale Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Unternehmen in Deutschland zu erhalten. Die Europäische Union hatte diese Regelung bis zum 31.12.2012 befristet genehmigt. Ende 2012 wurde das 2. Gesetz zur Änderung des Energie- und Stromsteuergesetzes beschlossen und der Spitzenausgleich unter Auflagen bis 2022 verlängert.

Eine Erstattung wird gewährt, soweit das Unternehmen nachweist, dass es im Antragsjahr oder früher ein Energie- oder Umweltmanagementsystem beziehungsweise für kleine und mittlere Unternehmen ein alternatives System zur Verbesserung der Energieeffizienz eingeführt hat. Die Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) regelt, um welche Systeme es sich dabei handelt und wie eine solche Nachweisführung aussehen kann.

Die DREWAG bietet Ihnen zur Verbesserung Ihrer Energieeffizienz und zur Einführung des Energiemanagementsystems Beratungsdienstleistungen an.

Weiterführende Informationen

Energiesteuergesetz (www.www.gesetze-im-internet.de)

Energiesteuerdurchführungsverordnung (www.gesetze-im-internet.de)

Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (www.gesetze-im-internet.de)

Bilanzierungsumlage

Die Bilanzierungsumlage dient den Marktgebietsverantwortlichen GASPOOL und NetConnect Germany zur Beschaffung von externer Regelenergie, um physische Differenzen zwischen Ein- und Ausspeisung von Erdgas ausgleichen zu können.

Konvertierungsentgelt

Beim Erdgas werden die Qualitäten L (low) und H (high) unterschieden. H-Gas weist einen höheren Brennwert auf als L-Gas. Für die Umwandlung von H-Gas nach L-Gas und von L-Gas nach H-Gas kann durch die Marktgebietsverantwortlichen ein Konvertierungsentgelt erhoben werden.

Konvertierungsumlage

Die Konvertierungsumlage wird vom Marktgebietsverantwortlichen erhoben, wenn die Kosten der Konvertierung die aus dem Konvertierungsentgelt erzielten Erlöse übersteigen bzw. wenn Residualkosten aus vorhergehenden Geltungszeiträumen vorliegen.

Konzessionsabgabe

Die Konzessionsabgabe ist ein Entgelt an die Kommune für die Mitbenutzung von öffentlichen Verkehrswegen durch Versorgungsleitungen. Ihre Höhe variiert in Abhängigkeit von der Gemeindegröße.